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Hunde im Hotel Schweizerhof

Donnerstag, 19. Juni 2014

Interview mit Axel Ladiges, Direktor Hotel Schweizerhof in Sta. Maria F: Herr Ladiges, Sie sind seit 2012 Eigentümer vom Schweizerhof Sta. Maria. Wie sind Sie zu dieser Position gekommen?

A: Ich kannte die Ex-Frau vom Vorbesitzer, Belinda Conradin, der das Tierheim in Ramosch gehört. Bei ihr musste ich meinen obligatorischen Sachkundenachweis für den Hund machen, und durch sie habe ich erfahren dass das Hotel zum Verkauf steht. Das Hotel kannte ich schon vorher und habe immer gesagt, wenn ich mal ein eigenes Hotel haben sollte, dann muss es genau so aussehen. Und so kam es schliesslich dass ich das Haus übernehmen durfte.

F: Der Schweizerhof war schon vor Ihrem Antritt bekannt als hundefreundliches Hotel. Wie haben Sie sich zu Beginn auf diese Stammgäste eingestellt? War es eine neue Situation für Sie?

A: Die Art der Gäste, also die Altersstruktur und die Nationalitäten, waren mir bereits aus dem Hotel Belvair in Scuol bekannt und ich mag diesen Kreis. Der geniesst das Leben und lässt es sich gut gehen. Während mancherorts unrühmliches über die 50+ Gäste gesprochen wird, ist es aus meiner Sicht aber ein famoses und treues Publikum. Und von den Hunden merken Sie als Hotelgast im Normalfall nichts. Auch als ich selbst einmal im Hotel übernachtete habe, habe ich von den anderen Tieren weder etwas gehört, noch gerochen, noch sind mir andere Unreinheiten in den Zimmern oder in den öffentlichen Bereichen aufgefallen.

Außerdem muss ich gestehen, der mehr oder weniger unerzogenste Hund mein eigener ist, denn der will immer auf sich aufmerksam machen und spielen. Während die anderen Hunde wenn sie im Hotel sind meist zum Trainieren da sind und die Hundehalter sich nebenbei auch erholen wollen.

F: Der Schweizerhof hat also Tradition was Hundetrainings angeht?

Bemerkenswerterweise finden die Hundekurse schon seit über 30 Jahren statt und wurden dazumal von Belinda Conradin ins Leben gerufen. Das Publikum ist nach wie vor treu und einige kommen tatsächlich noch immer, allerdings schon mit dem so und so vielten Hund – und das teilweise sogar zwei oder drei Mal im Jahr. Was nun also als „neuer“ Markt angesehen wird, ist im Schweizerhof schon lange Geschäft, und die Hündeler waren es auch, die als Erstes und sehr aufgeschlossen auf die Wiedereröffnung des Schweizerhofs reagiert haben.

F: Da wie Sie sagen Hundebesitzer meist treue und angenehme Gäste sind - wie haben Sie das Angebot vor Ort ausgebaut und haben Sie Pläne dieses Angebot noch weiter zu verbessern?

A: Wir arbeiten mit vielen Partnern zusammen und werden das Angebot auch stetig erweitern. So zum Beispiel wollen wir Trainings in Richtung Verhaltenstherapie anbieten die den Halter noch stärker einbeziehen. Außerdem ist geplant den Hunderaum mit einer Hundedusche ausstatten. Zugleich wollen wir den Hundepreis weiter niedrig halten. Es gibt Häuser, wo der Preis bei über CHF 15.00 pro Nacht liegt, alleine für das Mitnehmen des Hundes. Wir werden nächstes Jahr den Preis moderat von CHF 6.00 auf CHF 8.50 steigern und da ist weiter das Hundetuch, die Abdecktücher im Zimmer, die Näpfe und wer mag auch Trockenfutter von der Firma BiOMill mit inklusive.

F: Sie bieten auch spezielle Kurse und Hundewochen zusammen mit erfahrenen Hundtrainern an. Was sind Ihrer Meinung nach die Highlights im Jahr, welche Kurse würden Sie empfehlen?

A: Wir haben 25-30 Kurse im Jahr, über das ganze Jahr verteilt und je nach Spezialisierung des Hundes oder Halters, haben wir eigentlich für Alle etwas im Angebot. Wer sagt, ich möchte einfach mal Grundbegriffe lernen und mein Hund auch, dem empfiehlt sich ein Familien-Begleithundekurs. Hier lernt der Hund, mit anderen Hunden im Rudel klar zu kommen, sich anzupassen, zu bleiben und zu stoppen. Wer sich spezialisieren möchte, für den gibt es Fährtenhundewochen, Sanitätshundewochen oder Mantraining, also Personensuche. Aber auch der obligatorische SKN Kurs ist möglich. Oder wer einen neuen Hund hat, für den empfehlen wir wärmstens die Junghundewochen im Frühjahr oder Herbst.

F: Finden die Kurse auf einer Art Trainingsplatz statt, oder auch in freiem Gelände?

Unsere Trainer gehen nach verschieden Methoden vor, einige arbeiten am Platz, einige sind den ganzen Tag unterwegs auf Wanderungen durch die wunderschöne Natur und machen ihre Lektionen unterwegs. Bei der Beratung, was vielleicht der richtige Kurs ist, sind wir gerne behilflich, oder vermitteln an die jeweiligen Trainer.

F: Wie sieht es mit den Gästen aus die keine Hunde dabei haben. Gibt es bei Ihnen hundefreie Zonen, oder was tun Sie um mögliche Probleme zu verhindern?

A: Die Hündeler wissen, es gibt klare Regeln, so dürfen die Hunde nicht in den Jugenstil-Speisesaal. Außerdem schaut man ob und wo andere Hunde gerade unterwegs sind, und kann diesen gut aus dem Weg gehen. So ist der Garten beispielsweise für Hunde grundsätzlich tabu, und dadurch dass wir Doppeltüren haben hören Sie von den Hunden eigentlich nix. Man sieht sie wenn sie kommen und gehen und ab zu wird mal gekläfft um sich begrüssen, aber ansonsten unterscheidet sich der Schweizerhof von keinem anderen Hotel in der Schweiz, ob mit oder ohne Hund.

F: Auch Hunde haben immer mal wieder gesundheitliche Probleme. Was bieten Sie vor Ort an um Verletzungen oder ähnliches zu versorgen?

A: In manchen Hundewochen sind Tierärzte als Teilnehmer dabei. Außerdem sind die Trainer grundsätzlich geschult, was im Notfall zu tun ist. Ansonsten arbeiten wir mit den hiesigen Tierärtzen zusammen, sei es in Müstair oder in Laatsch in Südtirol (ca. 15 min entfernt).

F: Aus persönlicher Hinsicht, auf was achten Sie besonders wenn Sie mit Ihrem Hund in den Bergen unterwegs sind? Welchen Tipp haben Sie für andere wanderbegeisterte Hundebesitzer?

A: Das Münstertal und das anliegende Vinschgau sind speziell. Dadurch, dass wir schon auf 1400m sind, gibt es viele tolle Höhenwege, die dann gar nicht mehr so grosse Steigungen haben. Dazu kommen ausserordentliche Touren, sei es Buffalora, Lü, Richtung S-charl, oder die Waalwege ins Vinschgau. Es gibt eine Riesenauswahl an Möglichkeiten, was man alleine, oder mit dem Hund machen kann. Man sollte einfach immer darauf achten ob die Tour auch für den Hund angemessen ist. Schafft er das, oder muss ich ihn heimtragen, habe ich genug Wasser dabei, und bei unserem Hotel speziell, habe ich die Engadin Val Müstair Card mit dabei. Denn damit kann sowohl der Halter als auch der Hund kostenfrei den gesamten ÖV in der Region, inklusive Glurns, Mals, Nauders, Unterengadin, Ofenpass und Val Müstair mit Umbrailpass und neu bis Tirano nutzen. Dieser Zusatznutzen erleichtert die individuelle Tourengestaltung aller Hotelgäste – ob auf zwei oder vier Beinen.

 

Vielen Dank für Ihre Ausführungen.

 

Ein Zitat:

Das Val Müstair ist der ideale Urlaubsort für Mensch und Tier, besonders, wenn zur Tierliebe noch die Naturverbundenheit kommt (und das Hotel Schweizerhof ist der ideale Ausgangspunkt dafür).

Bilder vom Schweizerhof in Sta. Maria sind auf Anfrage jederzeit erhältlich.

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